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  • martin

Das Ende?

Inzwischen zähle ich die Tage: Heute sind es noch 28 Tage bis zum Ende meines Arbeitslebens und 32 Tage bis zum Start der Reise.

Nachdem die Entscheidung über einen Starttermin gefallen ist, ergreift diese Entscheidung immer mehr Besitz von mir.

Das Ende meines Arbeitslebens, nach über 55 Jahren des Broterwerbs in unterschiedlichsten Formen beschleicht mich eine Mischung aus Unglaube und Glücksgefühl.

Keiner, besser: nie wieder, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, ist schwer vorstellbar.


Nach meiner unschönen Entlassung durch meinen letzten Arbeitgeber 2015, beschäftigte ich mich 2 Jahre mit kleinen Jobs als Fluglehrer und Prüfer, um, nachdem ich wieder einen festen Pilotenjob hatte, festzustellen, wie belastend diese Zeit im Rückblick war.


Diesmal war es allerdings meine eigene, freie Entscheidung, meinem Leben eine andere, vollkommen neue Richtung, zu geben.

Zwar beschleicht mich zwischendurch immer mal wieder der Zweifel, ob das alles so richtig ist, wie geht es weiter, reicht das Geld zum Leben?

Egal!

Auf eine lange Erfahrung mit dem Leben, meinem Leben, zurückgreifend, spüre ich, es ist absolut richtig, es fühlt sich gut an.

Und dann durchfährt mich wieder ein Glücksgefühl, das ich kaum beschreiben kann.

Es berührt mich bis in die tiefsten Regionen und lässt mich jubeln und gleichzeitig kommen mir die Tränen.

Ist ja nichts Neues, sage ich mir, ich habe schon so manchen Paradigmenwechsel in meinem Leben vollzogen.

Und in der Nachschau nie bereut.

Es ist einfach ein unglaublich tolles, befreiendes Gefühl, ein Kapitel im Leben zu beenden und in neue Sphären vorzustossen. Es weckt in mir eine unbändige Lust und Vorfreude auf alles was kommt.

Was für eine geile Zeit!! Wer hat da Angst vor dem Ende??

Im Nachhinein wird mir immer mal wieder die Bedeutung von Vorgängen, Handlungen in der Vergangenheit klar.

Wohl deshalb fiel mir als Name für dieses Projektes ‚mywayout‘ ein.

Die Bedeutung als Ausgang aus meinem bisherigen Leben und vielleicht auch der Ausweg als letztem Lebensabschnitt.

Nun wird es aber feierlich. Keine Angst, ich will mich nicht verabschieden, aber das sind so die Gedanken, die mich Bewegen.

Wiewohl ich ja nun in einem Alter bin, das zu erreichen ich nie glaubte, merke ich doch, das der Blick aufs Leben sich verändert.

Erstaunlich, aber ich muss mir sogar eine weichere, mildere, versönlichere Sicht auf Vieles und Viele konstatieren.

Altersmilde? Altersweisheit?


Ich bevorzuge Altersstarrsinn.


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