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Unterwegs

Überhaupt, die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt.

Ein diffuser Wunsch nach einer großen Reise schlummert schon sehr lange, aber stets sorgfältig unter dem Leben verborgen, in mir. (Siehe Ted Simon!)

Im Rückblick betrachtet war ich schon immer ein Reisender.

Nie konnte ich den Begriff Heimat für mich besetzen, ich fühle mich immer dort zu Hause, wo ich gerade lebe.

10 Jahre als Omnibus - Reise - Veranstalter waren sicherlich ein deutliches Zeichen, denn wie sonst kommt man auf eine solche Idee, wenn diese nicht aus dem Wunsch entspringt unterwegs zu sein.

Bezeichnenderweise hieß das Unternehmen ‚die Rumtreiber‘.

Entstanden ist das Ganze übrigens aus dem Plan, mit der damaligen Wohngemeinschaft eine große Reise zu unternehmen.

Also kaufte ich einen alten Omnibus und baute diesen wunderbare Setra S9 zu einem Wohnmobil aus. Als der Umbau beendet war und ich, nachdem die Polizei mich ohne erwischt hat, auch den passenden LKW Führerschein gemacht hatte, hatte sich die WG natürlich aufgelöst und somit auch das Projekt ‚große Reise‘ erledigt.

Machte aber gar nichts, stattdessen wohnte ich für ein Jahr in diesem Bus mit meinem Hund, hatte meine Wohnsitz auf einem Parkplatz mitten im Wald des Taunus und fuhr dann morgens in meine Werkstatt, die ich mit einem Freund betrieb und in der wir für die Frankfurter Spontiszene Autos reparierten.

Nach einem liebesbedingten Umzug nach Hannover und einigen weiteren Verwirrungen, stellte ich mir mit meiner damaligen Liebe und unserer kleinen Tochter die Frage, wie denn am besten der Sommerurlaub zu verbringen sei.

Einige Überlegungen später, die Konstellation Mutter, Vater, Kind verspricht ein gewisses Unzufriedenheitspotential bei einem oder mehreren der Beteiligten, und dem Wissen um das Vorhandenseins eines zum Wohnmobil umgebauten 12 mir. langen Omnibusses, erweitert um die Überlegung, daß es anderen Menschen so oder ähnlich gehen müsste, wurde eine Anzeige in der Tageszeitung aufgegeben ‚Eltern-Kind-Reise….‘. Daraus wurde spontan eine Reise nach Griechenland und eine nach Sardinen mit jeweils 10 - 15 Menschen.

So war eine Marktlücke entdeckt und es entstand daraus besagter Omnibusbetrieb mit am Ende 4 Omnibussen. Nach 10 Jahre hatte ich allerdings genug davon und schaute mich nach einer anderen Gestaltung des Lebens um.


Daß sich daraus eine 30 jährige berufliche Tätigkeit als Pilot entwickeln würde, war mir zu diesem Zeitpunkt aber auch nicht klar.


Und das Berufsbild eines Piloten spricht eine ähnliche Sprache.

Dass dieses 'Unterwegs sein' nicht gerade förderlich für eine dauerhafte familiäre Beziehung ist, kann man sich leicht vorstellen.

Und dass ich am Ende meines Berufslebens (und das soll es jetzt sein) nochmal fast 3 Jahre in Afrika arbeite...

Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

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